
Aktueller Stand der
Gesundheitsreform
Zu Gast im management club Salzburg war gestern Abend Mag. Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Als Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich ist er in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung Arbeitgebervertreter.
Nach der Begrüßung durch
Mag. Irene Schulte, GF der Industriellenvereinigung Salzburg stellte Schelling den Mitgliedern den aktuellen Stand der österreichischen Gesundheitsreform vor. Erste Erfolge sind die zunehmend positiven Bilanzergebnissen der Gebietskrankenkassen und berufsständigen Krankenversicherungen. Schelling: „Ausgabenseitig sind die Krankenkassen saniert und werden bis 2013 praktisch schuldenfrei sein.“
Riesige Probleme sieht Schelling jedoch in der Neustrukturierung bei den Spitälern. Denn wenn es nicht gelänge durch eine Reform die Kostenexplosion im Spitalswesen in den Griff zu bekommen, sei auch der Konsolidierungspfad der Krankenkassen in Gefahr: „Nationale Gesundheitsziele, so Schelling weiter, „bilden die unverzichtbare Basis für alle weiteren Schritte im Rahmen der kommenden Gesundheitsreform. Dies reicht dann von der Planung an Hand des Bedarfs der PatientInnen über die Errichtung neuer Strukturen bis zur Verteilung der Finanzmittel. Es muss
das Prinzip gelten, dass erst ein an gemeinsam formulierten Gesundheitszielen orientierter Bedarf Zahlungsströme auslöst“, und unterstreicht damit die zentrale Forderung des Masterplan Gesundheit der Sozialversicherung.
„Angesichts der Herausforderungen die auf das Gesundheitsweisen zukommen – Alterung der Gesellschaft oder der Umgang mit zunehmenden chronischen Erkrankungen, müssen wir durch die Formulierung
nationaler Gesundheitsziele die Basis für ein zielgerichtetes Agieren und Gestalten auf Länderebene schaffen. Mit anlassbezogenem Reagieren werden die Probleme nur verschärft, betont der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
Insgesamt sieht Schelling die Gesundheitsreform im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher auf einem guten Weg. „Die breit angelegte Diskussion macht uns zuversichtlich. Die Sozialversicherung ist der wichtigste Financier des Gesundheitssystems und wird sich in diese Diskussionen im Interesse ihrer Versicherten, die ein Recht auf optimale Versorgung und auf den sorgfältigen Umgang mit ihren Beitragsleistungen haben, intensiv und nachhaltig einbringen“


