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titel: Alpbach: Das war das 11....
teilnehmer: Dr. Erhard Busek, IDM-Vorstand & ...
datum: 31.08.2011
uhrzeit: 08:00
ort: Hotel Böglerhof, Alpbach 166, 6236 A ...
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Alpbach: Das war das
11. mc-Europafrühstück


Zum elfjährigen Jubiläum des mc-Europafrühstücks in Alpbach begrüßte mc-Präsident Herbert Paierl den ehemaligen Außenminister und FDP-Chef Klaus Kinkel und IDM-Vorstand & Vizekanzler a.D. Dr. Erhard Busek als Gastredner im Böglerhof.

Österreich in der EU. Der ehemalige Außenminister und FDP-Chef Klaus Kinkel eröffnete das mc-Europafrühstück mit einer kleinen Rückschau: "Vor 15 Jahren ist Österreich der EU beigetreten. Und die Beitrittsverhandlungen waren einzigartig. 70 Stunden wurde ohne Unterbrechung verhandelt. Das hat es in Brüssel zuvor noch nie gegeben." Seitdem hätte es einige Ups and Downs in der österreichischen EU-Geschichte gegeben. Nichts desto trotz habe der Beitritt Österreich und der EU gut getan.

Gewaltige Wirtschaftskraft. Heute umfasse die EU 27 Länder mit 500 Millionen Menschen, die durch gemeinsame Werte miteinander verbunden, über eine gewaltige Wirtschaftskraft verfügen. "Die Europäische Union beschert uns Frieden, Wohlstand und Freiheit. Diese Union und unsere gemeinsame Währung sind alternativlos", weiß der ehemalige deutsche Außenminister.

Zukunft Europas? Die Zukunft Europas werde heute stärker von außerhalb der Grenzen bestimmt. Kinkel konkret: "Die USA und China verstehen uns nicht. Wir funktionieren völlig anders als sie. Jede europäische Entscheidung kann bei 27 Mitgliedsländern nur über den kleinsten gemeinsamen Nenner getroffen werden. Das macht uns langsam." Kinkel ortet Ermüdungserscheinungen und unterstellt der EU in vielen Feldern Lähmung: "Mir bereitet es große Sorgen, dass in den Köpfen und Herzen der Europäer das Feuer nachgelassen zu haben scheint."

Überlebenskampf. Der ehemalige deutsche Außenminister attestiert der EU-Bevölkerung Gleichgültigkeit: "Diese Gleichgültigkeit birgt eine große Gefahr für die EU, Opfer des eigenen Erfolges zu werden." Europa fange von den Rändern her an zu brennen. Mehr noch als die Bevölkerung kritisiert Kinkel die Politik: "Alles schaut begierig auf die Börse. Alle politischen Entscheidungen müssen vor der Börsenöffnung gefallen sein und den Finanzmärkten zu gefallen ist neues politisches Ziel." Kinkel fühle, dass die Politik ihr Pulver verschossen habe. 

EU im Wandel. Die EU brauche dringend eine Strategie für den Wandel: "Wandel geschieht, ob wir damit umgehen können oder nicht. Es muss uns klar sein, dass wir auf ein asiatisches Zeitalter zugehen indem wir Europäer nur fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Hier gilt zu bedenken, dass Asien nicht auf Europa wartet." Das vergangene Zeitalter sei von Amerika, Russland und Europa geprägt gewesen. Im neuen Zeitalter würden Amerika und Asien den Ton angeben. "Wo bleibt da Europa?", fragt Kinkel in die Menge und gibt abschließend eine Empfehlung ab: "Wir dürfen nicht davonlaufen und uns im Klein-Klein verlieren. Wir müssen zeigen, dass Europa nicht impotent ist."

Gehen Sie in die Politik. Österreichs ehemaliger Vizekanzler Erhard Busek nutzte seine Schlussworte als Aufruf an die Anwesenden: "Regen Sie sich nicht über die Politik auf, sondern versuchen Sie mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen selbst in die Politik zu gehen. Sie werden dort nicht mit offenen Armen empfangen, weil man dort lieber unter sich bleibt. Für die Ergebnisse sind Sie dann wenigstens selbst verantwortlich." Sein Wunsch: "Europa braucht Öffentlichkeit. Die Demokratie lebt von Öffentlichkeit, sie wurde ja auch auf einem Marktplatz erfunden."