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Bildungspolitik in Österreich
5-Punkte-Programm


Österreich zählt zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Bildungsausgaben im Pflichtschulbereich. Diesen steht jedoch – wie die internationale Schulleistungsstudie PISA seit dem Jahr 2000 eindrucksvoll zeigt – ein im internationalen Vergleich nur durchschnittlicher Schuloutput im Sinne von Schülerleistungen gegenüber.

mc-Forderungen. Der mc tritt für ein leistungsdifferenziertes Schulsystem ein. Jedes Kind soll bestmöglich gefördert und gefordert werden. Begabte Kinder benötigen einen anderen Unterricht als benachteiligte Kinder. Eine Nivellierung nach unten und eine Orientierung an den Schwächsten können wir uns schlicht nicht leisten. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft benötigt Leistungseliten. Der mc fordert ein deutlich schlankeres Verwaltungssystem, echte Schulautonomie, Ausbau der Qualitätskontrolle, individuelle Nachmittagsbetreuung, verpflichtenden Besuch von Bildungseinrichtungen ab dem 4. Lebensjahr, eine gemeinsame Schule der 10 bis 14-Jährigen, Verzicht auf parteipolitische Einflussnahme, Transparenz, Leistungs- und Kostenwahrheit.

I. Bildungsagentur Einführung einer übergeordneten Bildungsagentur. Die Agentur übernimmt die Aufgabe der Direktorenbestellung und der Leistungskontrolle. Sie gibt den Schulen Budgetrahmen und Lehrstandards vor – innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Schulen selbstständig. Landes- und Bezirksschulbehörden können abgeschafft werden.

II. Schulautonomie Österreich liegt mit einem Autonomiegrad von weniger als 40 Prozent schulischer Entscheidungsgewalt deutlich unter dem Grad an (Schul-)Autonomie des Siegerlandes Finnland und anderer Nationen, die hohe PISA-Testergebnisse ausweisen. Autonomie per se führt nicht allein zu schulischem Erfolg. Es gibt jedoch kein Land das niedrige Autonomiegrade aufweist und gleichzeitig zu den Top-Performern zählt. Deshalb fordern wir die Einführung von Schulautonomie und Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen. Dem Direktor soll in Zukunft die Gestaltung der Lehrpläne, Unterrichtsorganisation, Lehrereinstellung und -entlassung, Lehrerfortbildung, finanzieller Dispositionsspielraum, etc. obliegen.

III. BIldungsstandards Schüler in Ländern mit externen Abschlussprüfungen schnitten bei einer Überprüfung vorgegebener Leistungsstandards signifikant besser ab als Schüler in Ländern ohne externe Prüfungen. Der Leistungsunterschied beträgt dabei rund ein Schuljahr. Die österreichische Version – keine landesweiten, zentralen Abschlussprüfungen, keine standardisierten landesweiten Tests sowie eine unregelmäßige und meist nur auf Anlassfällen beruhende Inspektion – ist in keinem (!) der Vergleichsländer anzutreffen. Deshalb muss die schulische Autonomie an externe Outputüberprüfung durch Bildungsagenturen gekoppelt werden und zentrale Standards für die verschiedenen Zweige des Bildungssystems festgelegt werden.

IV. Ganztagesschule Leitlinie für jede Schulreform muss eine Erhöhung der Leistungsorientierung und -differenzierung sein. Mit dem Konzept der Ganztagsschule von 8:30 bis 15:30 Uhr werden Schwache verstärkt gefördert und Starke verstärkt gefordert. Darüber hinaus wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erheblich erleichtert. Der mc fordert daher Individualisierung des Unterrichts, optionale Zusatz- und Förderangebote am Nachmittag und den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen, mit optionaler Nutzung.

V. Gebührenfreie Frühförderung Da Kinder dem Unterricht nur folgen können, wenn sie beim Eintritt in die Schule grundlegende Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Unterrichtssprache beherrschen, muss bereits im Frühkindalter dafür Sorge getragen werden, dass dieses Ziel erreicht wird. Der mc fordert deshalb einen Talentecheck bei Kindern ab dem 4. Lebensjahr hinsichtlich Spracherwerb, Lernvorbereitung und soziale Kompetenzen. Wenn bei diesem Talentscheck Mideststandards unterschritten werden, schließt sich daran der verpflichtende aber auch kostenlose Besuch einer Bildungseinrichtung an.