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Titel: 5. Forum Zukunft der Arbeit
Teilnehmer: Mag. Markus Heingärtner, Frank Zelger, ...
Datum:01.07.2010
Uhrzeit:12:30 - 14:00
Ort: Großer Vortragssaal des Bundesminist ...
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5. Forum Zukunft der Arbeit:
Migration und Arbeit


Das 5. Forum Zukunft der Arbeit (FZdA) widmete sich heuer einer wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Schlüsselfrage: Woran liegt es, dass die beruflichen Aufstiegschancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund begrenzt sind?

Das Experten-Podium. Neben dem OECD-Migrationsexperten Jean-Pierre Garson diskutierten auf dem Podium mc-Geschäftsführer Mag. Markus Heingärtner, Frank Zelger (cablecom), Carita Vallinkoski (competence call center) und BMI-Abteilungsleiter Mag. Johann Bezdeka unter der Moderation von Dr. Martina Salomon (Die Presse).

Knackpunkt Bildung. Jean-Pierre Garson präsentierte in seinem Impulsreferat jüngste Studienergebnisse zur Benachteiligung von Migrantenkindern. Diese beginne nämlich bereits bei der Bildung der Eltern. In Österreich hätten laut Pisa-Studie 25 Prozent der Mütter von 15-jährigen Migrantenkindern nur einen Pflichtschulabschluss oder nicht einmal diesen. Bei einheimischen Müttern sei das nur ein Prozent. Das Schulsystem könne diese Unterschiede dann nicht mehr ausgleichen. Für Garson müsse früher angesetzt werden: "Studien aus Frankreich und anderen Ländern zeigen, wie signifikant die Effekte von vorschulischer Bildung schon bei Drei- und Vierjährigen sind, besonders bei Migrantenkindern."

Talente-Check. Bildung ist auch für den mc das Schlüsselelement erfolgreicher Integration. Ob das österreichische Bildunswesen Migranten benachteilige fragt Moderatorin Martina Salomon den mc-Geschäftsführer Markus Heingärtner: "Österreich ist statuskonservativ. In unserem Land werden Kinder aus bildungsschwachen Familien benachteiligt und Migranten trifft diese Tatsache verstärkt." Deshalb schlage der mc einen Talente-Check ab dem vierten Lebensjahr vor. In einem lockeren Gespräch könne überprüft werden, ob essentielle Grundkenntnisse, wie Landessprache, die Benennung von Farben und Zahlen u.ä. ausreichend vorhanden sind.

Rechte des Kindes. Für den mc-Geschäftsführer ist klar: "Mangelt es an Grundkenntnissen, steht für mich das Recht des Kindes auf Bildung über den Wünschen der Eltern, die in diesem Fall verpflichtet werden ihr Kind in einer entsprechenden Bildungseinrichtung unterzubringen." Damit die Eltern dieser Verpflichtung auch tatsächlich nachkommen, könnte sich Markus Heingärtner auch eine Koppelung des Besuchs einer Bildungseinrichtung an die Familienbeihilfe vorstellen.

Arbeitsmarktproblem. Für OECD-Migrationsexperten Garson ist aber nicht nur die Bildung ausschlaggebend: "Das Arbeitsmarktproblem ist nicht nur ein Bildungsproblem. Die Investitionen in das Bildungssystem schlagen sich nicht automatisch am Arbeitsmarkt nieder. Es ist besorgniserregend, dass Migrantenkinder mit hohem Ausbildungsniveau ebenfalls schwieriger einen angemessenen Arbeitsplatz finden als Kinder von Einheimischen. In Österreich beträgt die Beschäftigungsquote von Migrantenkindern zwischen 20 und 29 Jahren mit akademischer Ausbildung 77 Prozent, bei Einheimischen 96 Prozent." Darüber hinaus seien Netzwerke sehr wichtig, um einen guten Job zu kriegen.

Faktor Diskriminierung. In den OECD-Staaten würden mehr als ein Drittel der Stellen direkt über persönliche Kontakte besetzt, bei Klein- und Mittelbetrieben sei der Anteil noch höher. Hier gibt Garson zu bedenken: "Migrantenkinder haben aber weniger Bewerbungs-Know-how. Wie schreibe ich einen Lebenslauf? Wie präsentiere ich mich im Bewerbungsgespräch? Und dann wäre noch der Faktor Diskriminierung. So müssen Jugendliche mit fremdländischen Namen drei- bis viermal so viele Bewerbungen schreiben als jene mit einheimischen Namen, um überhaupt zu einem Gespräch eingeladen zu werden." Ob hier allerdings Quotenregelungen sachdienlich wären bezweifelten die Experten auf dem Podium unisono.