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titel: mc-Diskussion mit ifo-Konjunkturchef...
teilnehmer: Prof. Dr. Kai Carstensen, Konjunkturchef ...
datum: 22.11.2011
uhrzeit: 18:30
ort: mc, Kärntner Straße 8/ Top 5, 1010 Wien
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mc-Diskussion mit
ifo-Konjunkturchef Carstensen


Staatsschuldenkrisen am laufenden Band - was tun? Eine klare Insolvenz-Ordnung für Euro-Staaten muss her. Prof. Dr. Kai Carstensen, Konjunkturchef des ifo-Instituts München, hat ein Konzept für einen Insolvenzmechanismus entwickelt und stellte sich unter Moderation von mc-Geschäftsführer Mag. Markus Heingärtner der Diskussion mit den Mitgliedern des management club.

Der Insolvenzmechanismus des ifo-Instituts sieht vor, dass ein Land, das seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen kann und eine Schuldenquote von weniger als 120 Prozent aufweist, eine kurzfristige und eng begrenzte Liquiditätshilfe erhalten kann, sofern es sich an die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts hält. Bestehen die Liquiditätsprobleme mehr als zwei Jahre fort oder liegt die Schuldenquote höher, so wird von einer drohenden Insolvenz ausgegangen. 

"Haircut" für Pleitestaaten. Das Land hat zunächst zwei Monate Zeit, um mit den betroffenen Gläubigern auf Basis von Umschuldungsklauseln eine Restrukturierung auszuhandeln. Ist dies erfolgreich, so endet das Verfahren. "Andernfalls wird die Staatengemeinschaft in die Verhandlungen eingeschaltet und automatisch ein sogenannter Haircut vorgenommen. Das heißt, die Gläubiger müssen auf einen bestimmten Prozentsatz ihrer Forderung verzichten", erklärte Carstensen. Der Abschlag beträgt nach dem ifo-Modell mindestens 20 Prozent und höchstens 50 Prozent des Nominalwerts. Die Obergrenze von 50 Prozent soll möglichen Finanzmarktturbulenzen vorbeugen, private Anleger wie Banken wüssten, was sie maximal zu verlieren haben.

Balance der Interessen. "Man muss vorsichtig abwägen zwischen dem Interesse, die Finanzmärkte nicht zu destabilisieren, und dem Interesse, nicht alle Verluste dem Steuerzahler aufzubürden", so der ifo-Konjunkturchef. "Umschuldung darf aber sicherlich nicht bedeuten, dass einfach die Nachbarstaaten ihre Garantien flöten gehen sehen." In jedem Fall gelte: "Haircut vor Hilfe".

EZB-Bazooka. Auch wenn die Rufe nach der Bazooka der EZB lauter werden, Carstensen hält davon wenig - ebenso wie vom Eurobond-Vorstoß der EU-Kommission. "Sollte die EZB tatsächlich auf Zuruf unbegrenzt Staatsanleihen kaufen, hätte das inflationäre Wirkung. Die EZB würde unglaubwürdig und wir hätten mit den Bazookas einen Pyrrhussieg erreicht", warnt der ifo-Konjunkturchef und gibt zu Bedenken: "Welche europäischen Institutionen sind denn dann überhaupt noch glaubwürdig?". 



2 Kommentare:
Von: Ursula Ludwig am 25.11.2011 um 10:48
Die Ausführungen von Prof. Carstensen waren klar, deutlich und verständlich! Sie zeigen aber auch, daß wir (die Staatsbürger) mehr Druck auf die Politik(er) ausüben müssen, um den Sparwillen Ausgaben (komsumtiv!) seitig zu erhöhen. Es kann nicht angehen, daß wir nur von Nein-Sagern umzingelt sind - frei nach dem Motto: Sparen sollen die Anderen! Ich wünsche mir auch mehr Druck und Aufklärung seitens des MC und dessen Mitgliedern - abnicken wird zu wenig sein. Mit herzlichen Grüßen Ursula Ludwig
Von: Helmut Mock am 24.11.2011 um 10:41
Die Veranstaltung mit Prof Carsstensen war sehr gut, es oft besser gute ausländische Referanten zu haben als österreichishe Politiker, die Nichts weiterbringen und immer streiten Gruß helmut Mock