
Globalisierungsstudie
2009
Intensiver Welthandel sorgt für niedrige Preise und dadurch kann sich jede Österreicherin und jeder Österreicher mehr leisten - so das klare Ergebnis der mc-Globalisierungsstudie für das Krisenjahr 2009.
Hohe Arbeitskosten. Ohne internationale Arbeitsteilung wären viele Produkte in Österreich erheblich teurer. Als Beispiel: Der Preis für ein Auto der Mittelklasse würde um das Dreifache höher sein, als der aktuelle Verkaufspreis. Der Grund dafür sind die hohen Arbeitskosten in Österreich. Denn die hiesigen Firmen zahlen mehr Geld für Löhne sowie Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung der Mitarbeiter als in vielen anderen Ländern. Die höhere Produktivität in den heimischen Betrieben kann diesen "Standortnachteil" nur bedingt wieder gut machen.
Explodierende Preise. Das oben genannte Auto-Beispiel zeigt, wie wichtig die internationale Arbeitsteilung für die Wirtschaft ist. Könnten Unternehmen nicht in den Ländern produzieren, wo es für sie am günstigsten ist und wo die passenden Zulieferer sitzen, würden die Preise explodieren. Aus dem gleichen Grund wäre die komplette Produktion von Mobiltelefonen, LCD-Fernsehern oder Waschmaschinen in Österreich unmöglich. Für kein Unternehmen würde es sich dann noch lohnen, Handys zu produzieren. Sie wären schlicht so teuer, dass viele Menschen sich keines mehr leisten könnten – und damit würde sich auch für die Unternehmen die Produktion kaum noch lohnen.
Unsozialer Protektionismus. Beliebte Dinge wie eine Playstation und vieles andere gäbe es ohne die weltweite Arbeitsteilung nicht mehr zu so günstigen Preisen und in solchen großen Mengen. Sie wären nur noch für eine kleine Gruppe wohlhabender Leute erschwinglich. Viele andere Menschen müssten dann darauf verzichten, und deren Lebensstandard würde sinken. "Nur noch ein kleiner Kreis von privilegierten Personen könnte sich dann ein Auto leisten", weiß mc-Präsident Herbert Paierl und verweist auf die verheerenden Folgen von überbordendem Protektionismus: "Der politische Reflex derjenigen, die dem Protektionismus das Wort reden, richtet sich gegen Mittelstand und sozial Schwache."
Strich durch die Rechnung. Dass sich die Stimmung in der Wirtschaft im September erwartungsgemäß verbessert hat, liegt am Export. Diese Erholung kann sich, da sind sich die Konjunkturexperten von IHS und WIFO einig, bis weit in das kommende Jahr fortsetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Welthandel nicht zu schwächeln beginnt. Hier könnten weltweit aufkeimende Protektionismustendenzen dem Aufschwung noch einen Strich durch die Rechnung machen.
Heimische Arbeitsplätze. Weiteres Ergebnis der Studie: Trotz Wirtschaftskrise und betrieblichen Auslagerungen stieg die Beschäftigung im Jahr 2009 im Verhältnis 1:1,55. Obwohl mit Teilen der Wertschöpfung auch Arbeit ins Ausland verlagert wurde, stieg im Saldo die heimische Beschäftigung bei den international tätigen Unternehmen. Für den Zeitraum 2004-2008 gilt also ein Verhältnis von 1,55: d.h. für jeden Job in der Produktion, der aus Österreich verlagert wird, werden 1,55 neue Arbeitsplätze in diesen Unternehmen in Österreich geschaffen.


