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Unis: Keine Reform ohne
Studienplatzfinanzierung


Die von Wissenschafts- und Bildungsministerium präsentierte Neuregelung des Uni-Zugangs mag eine Annäherung der Regierungspartner sein - der erste Schritt zu einer Uni-Reform ist es aber mit Sicherheit nicht.

Mehr Bürokratie. Die Neuregelung des Uni-Zugangs bringt keine zahlenmäßige Beschränkung der Studienplätze, wie der mc in seinem Reformmodell fordert und es sich Hochschulexperten und Rektoren seit Langem wünschen. Lediglich die Studieneingangsphase soll stärker bürokratisiert werden: Erstsemestrige sollen in der Eingangsphase nur noch ein- statt dreimal zu einer Wiederholungsprüfung antreten dürfen. Für die Zulassung muss man künftig eine Studienberatung an seiner Schule absolviert haben und außerdem kommt eine Voranmeldefrist pro Uni von mindestens zwei Wochen.

Studienplatzfinanzierung. Diese Neuregelung der Bundesregierung ist für den mc "nicht mehr als ein kosmetischer Eingriff. So lässt sich keine Reform machen", weiß mc-Präsident Herbert Paierl und verweist auf das mc-Modell UniversitätenNEU, das Sie auf dieser Seite downloaden können. Für Paierl braucht es echte Studienplatzfinanzierung: "Das Wissenschaftsministerium soll die Anzahl der Plätze in den einzelnen Studienrichtungen bestimmen. Darüber hinaus definiert ein Preisgerüst die Kosten pro Studienplatz." Nur so kann der Gap zwischen Uni-Kapazitäten und Studierenden-Zahlen geschlossen werden.

Kapazitäts-Grenzen. Sind weniger Plätze als Studierende vorhanden, wird bereits jetzt die Konsequenz gezogen: An der WU werden beispielsweise in den ersten Semestern bis zu 80 Prozent der Erstsemestrigen rausgeprüft. "De facto gibt es Kapazitäts-Grenzen. Für ein zukunftsweisendes Unikonzept wird die Bundesregierung dieser Tatsache endlich Rechnung tragen müssen - ob sie will oder nicht", ist der mc-Präsident überzeugt.

Scharfe Kritik. Warum diese Neuregelung des Uni-Zugangs überhaupt präsentiert wurde ist unklar, da sie nicht nur bei Rektoren, Studenten und Experten auf scharfe Kritik stößt. Auch die verantwortlichen Ministerinnen Beatrix Karl und Claudia Schmied bezeichnen ihr Modell als "Übergangslösung". Für die Wissenschaftsministerin könnte eine Studienplatzfinanzierung im besten Fall ab dem Jahr 2013 umgesetzt werden. Paierl dazu: "Der Bundesregierung fehlt einfach der Mut zum großen Wurf, und das wohlgemerkt nicht nur bei den Unis. Ich rate dringend die nötigen Reformen im gesamten Bildungsbereich, aber auch bei Pensionen und Gesundheit anzugehen - bevor den Österreicherinnen und Österreichern der Geduldsfaden reißt!"



1 Kommentar:
Von: Christian Exl am 19.01.2011 um 14:29
Diese Diskussionen geben ein trauriges Zeugnis darüber, welchen Stellenwert man akademischer Bildung mittlerweile in Österreich beimisst. Volkswirtschaftlich - man hat es ja letztens auch von Phillip Blond im mc gehört - ist Bildung einer der Schlüssel für die Prosperität eines Staates. Es wäre Zeit, darüber Diskussionen zu führen, welche größeren Chancen wir in Zukunft hätten, würde der Ausbildungslevel in Österreich weiter steigen. Anhand der Chancen könnte man eine Fokussierung, die Finanzierung, etc. diskutieren. Wenn man "Beschränkungen", etc. diskutieren will, dann bitte über Einschränkungen in den Verwaltungsausgaben! -- Stichwort:"Verwaltungsreform"!!! CE