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Leadership + Zuversicht:
9. Europafrühstück in Alpbach
Bereits zum neunten Mal jährte sich das traditionelle Europafrühstück im Rahmen der Alpbacher Wirtschaftsgespräche, zu dem der management club in Kooperation mit der Generali Gruppe, der "Wiener Zeitung", der Kommunikationsagentur GPK und dem Competence Call Center (ccc) einlud.
Eindimensionale Betrachtung. Unter dem Motto "Leadership und Zuversicht" wurde über Auswirkungen der Finanzkrise auf Ost- und Südosteuropa und den Umgang der EU mit den geänderten Voraussetzungen diskutiert. Der ehemalige Vizekanzler, ÖVP-Chef und Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa Erhard Busek warnte als Gastredner davor, die Folgen der Finanzkrise zu eindimensional zu betrachten. Die Länder in Ost- und Südosteuropa hätten vor der Krise nun einmal davon gelebt, Konsumgüter für den Westen zu produzieren, die jetzt nicht mehr in diesem Ausmaß benötigt würden. Allerdings: Die heftigen Reaktionen etwa der internationalen Presse auf die Auswirkungen der Krise "gehen weit über das hinaus, was Sache ist".
Wo Milch und Honig fließen. Auch sei die Situation in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich: Während die Fehlentwicklungen in Ungarn laut Busek schon vor 1989 begonnen haben, gebe es etwa in Kroatien erst in letzter Zeit eine Tendenz zum schnellen Konsum – mit Blick auf einen baldigen EU-Beitritt sei man in dem Urlaubsland davon ausgegangen, dass ohnehin bald "Milch und Honig fließen" werde.
Waghalsige Spekulationen. Dass der Absturz gar nicht so groß sei, wie er scheint – immerhin habe sich keiner der großen Player aus den südosteuropäischen Ländern zurückgezogen –, begründete der Experte einerseits damit, dass die osteuropäischen Länder nicht über die Mittel für waghalsige Immobilien-Spekulationen verfügt hätten.
Südosteuropas Krisenerfahrung. Außerdem würden die osteuropäischen Länder selbst sagen, dass sie seit dem Zweiten Weltkrieg in permanenten Krisen leben, also Erfahrung im Umgang mit schwierigen Situationen hätten. Und: "Diese Länder haben es zur Erde näher als wir", sagte Busek mit Blick auf das niedrigere Ausgangsniveau der südosteuropäischen Wirtschaften vor der Krise.


