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titel: Alpbach: 11. mc-Europafrühstück
teilnehmer: Vizekanzler DI Josef Pröll, Vizekanzler ...
datum: 02.09.2010
uhrzeit: 08:00 - 10:00
ort: Hotel Böglerhof, Alpbach 166, 6236 ...
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Alpbach:
11. mc-Europafrühstück


Zum elfjährigen Jubiläum des mc-Europafrühstücks in Alpbach begrüßten wir Erhard Busek und Josef Pröll als Gastredner.

Dynamisierung. Vizekanzler a.D. Dr. Erhard Busek nahm das zehnjährige Jubiläum als Anlass für einen Rückblick. Für ihn ist das letzte Jahrzehnt von Globalisierung und Dynamisierung geprägt: "Seit dem Jahr 2000 sind wir mit einer komplett neuen europäischen Landkarte konfrontiert. Kurz darauf veränderte sich durch 9/11 das Sicherheitsgefühl der ganzen Welt. Und auch die EU-Erweiterungen 2004 und 2007 haben wir in Wahrheit noch immer nicht verkraftet." Europa befindet sich in mitten einer globalisierten Welt, "und diese unglaubliche Abhängigkeit von einander erzeugt andere Wirklichkeiten, Angst und Nationalismus."

Jeder kämpft für sich. Getrieben von Wahlen, Vereinfachungen und Populismen, scheint die Grundverhaltenweise vieler dem Wiener Motto "Jeder kämpft für sich - nur ich kämpfe für mich" zu entsprechen. Erhard Busek: "Der Trend zum Egoismus ist für Europa ganz schlecht. Es ist überlebenswichtig den Gedanken eines gemeinsamen Europas zu stärken." Nur ein gemeinsames Europa kann seine Position zwischen Globalisierung auf der einen Seite und Indien/ China auf der anderen Seite sichern und ausbauen. Auch daran, wo die Zukunft der Europäischen Union liegt, lässt Erhard Busek keinen Zweifel: "Ich bin nach wie vor der tiefen inneren Überzeugung, dass unsere Zukunft in Süd-Osteuropa liegt."

Globale Herausforderungen. Auch Vizekanzler DI Josef Pröll wirft in seinem Statement einen Blick in unsere europäische Vergangenheit, um unser Standing ein Jahr nach der Krise zu beurteilen. Er wählt in seiner Analyse bewusst die europäische und nicht die österreichische Perspektive, denn globalen Herausforderungen muss man sich gemeinsam stellen. Pröll: "Die Krise traf uns zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die EU-Erweiterung war erst vor kurzem abgeschlossen. Zehn Jahre davor sind einige heutige EU-Länder erst aus dem Kommunismus herausgetreten. Und die weltweit größte Währungsumstellung zum Euro war erst wenige Jahre vergangen."

Mehr Europa. Die vergangenen Jahre Europas waren von großen Verwerfungen und Umbrüchen gekennzeichnet. Und heute, nur wenige Monate nach der Einführung des Lissabon-Vertrages ist es ungleich schwieriger die europäische Gemeinschaft zusammen zu halten, so Josef Pröll. Für den Vizekanzler haben die Regierungen Europas die richtigen Antworten auf die Krise gegeben. "Jetzt geht es an die Aufräumarbeiten durch Schuldenabbau und eine gemeinsame europäische Blick- und Marschrichtung." Lehren aus der Krise? Für Pröll hat die Krise seine Einschätzung nur verstärkt: "Wir brauchen mehr und nicht weniger Europa:"